Samstag, 5. Januar 2013

nochmal Bali

Sonntag, 11. November 2012
Medewi

Irgendwie haben wir es geschafft um 12:00 nach der Besteigung des Kawah Ijen wieder aufzustehen und uns auf das Moped zu schwingen. Wenn es sein muss, dann können wir auch hart im Nehmen sein. Als nächstes Ziel haben wir Medewi auserkohren - einen Surferstrand im Süd-Westen. Nach einigen Fahrerwechseln und teils heftigem Straßenverkehr kommen wir in Medewi an. Der Sand am Strand ist uns etwas zu grobkörnig.

grobkörniger Knochenbrecherstrand

Wir eiern noch ein wenig in der Gegend rum und finden ein total luxuriöses Gästehaus. Die Zimmer sollen nur 120 kosten! Das ist nix - 120.000 sind keine 10 Euro! Später stellt sich aber raus, dass 120 doch ganz schön was ist: nämlich 120 US-Dollar! OK, Kehrtwende und zurück nach Medewi. Dort gibt es Unterkünfte die unsere Reisekasse nicht in zwei Tagen weggeatmet haben.


Dachverzierungen

Dachverzierungen

Dachverzierungen

Medewi ist nur ein Zwischenstopp. Doch wohin jetzt? Wir gehen erstmal Essen. Ein kleines Restaurant am "Strand", voll mit Surfertypen. Sie hören Green Day, Offspring und NOFX auf ihren Kommunikations-Endgeräten. Wir finden zwar keinen Anschluss - wir sind eh total hinüber - aber irgendwie stimmt es mich froh, dass diese 25-jährigen Typen die Musik hören, die ich vor 20 Jahren zuhause aufgelegt habe.


Montag, 12. November 2012
Am nächsten Tag setzen wir unsere Inselumrundung fort. Nach endlosem Stop and Go in Großraum Denpasar landen wir in Legian. Kuta ist gleich um die Ecke. Die Unterkunft ist leicht trashig, aber dafür riesengroß.

Riesen-Hütte ...

... mit Freiluftbadezimmer

Der Strand präsentiert sich wie aus dem Neckermannkatalog. Breit wie tausend Russen und voll mit Liegestühlen. Das ist irgendwie nicht das Feeling, das wir im exotischen Asien gebrauchen können.

Strand

ein Drachen in der Luft

Strandpromenade

Am Strand setzen wir uns neben die Kühlbox von irgendwelchen total hippen Einheimischen und lassen uns gepflegt mit Gerstensaft versorgen. Sie nennen uns "Brother", grrrr, das nervt. So lange bis wir zähneknirschend selber "Brother" zu ihnen sagen.

brother

Die Tinneffverkäufer kommen im 30-Sekundentakt, aber sie perlen an unserer totalen Ignoranz einfach ab. Lotosblüteneffekt nennt man das. Wir sind so aalglatt, da ist kein halten drin. Naja, immerhin machen wir noch ablehnende Gesten.

Massage?

Zigarettenprobe?

Holzperlenketten?

Der Strand ist perfekt nach Westen ausgerichtet worden, damit die Touristen den Sonnenuntergang abfeiern können. Kurz danach wird der Strand dann aufgerollt und im Schuppen verstaut. Nach Sonnenuntergang ist hier nix mehr los. Morgens wird er dann wieder ausgerollt. Nicht das er noch Stockflecken bekommt.

Farbenpracht

Westen ist da, wo es leuchtet

Irgendwie lässt es sich hier aushalten. Man kann getrost abhängen und sich der Auftragslosigkeit widmen. Die Nächte sind aber ziemlich übel: die Erkältung vom Kawah Ijen hat uns noch im Griff und der Deckenventilator muss auf Maximum gestellt werden, damit er die Mücken einigermaßen im Zaum hält. Das beflügelt natürlich die Erkältung. Aber ohne Ventilator machen einen entweder die Mücken kalt oder man zieht sich die Decke über den Kopf und badet im Schweiß. Wir fluchen und röcheln und husten und zetern was das Zeug hält, aber wir sind wohl schon reisefaul und resignieren so vor uns hin. Anstatt abzuhauen bleiben wir. Wir verstehen es selber nicht. Irgendwas hält uns hier. Die "Brothers"? Dieser idyllische Strand? Der ach so authentische Flair? Es kann nur Abenteuerunlust sein. Wir haben so viele Stationen abgeklappert, jetzt sind wir einfach reisemüde.

Es gibt sogar einen kleinen Warung mit einheimischer Kost zwischen den ganzen westlichen Halbedel-Restaurants

Ich habe noch Büroarbeit zu erledigen: Das Visum will verlängert werden. Nach seltsamer Startprozedur im Kantor Imigrasi - ich musste irgendsoeine Mappe kaufen - fülle ich meine Zettelchen aus und bekomme mitgeteilt, dass es in neun Tagen so weit ist.

Naja, dann bleibe ich noch die neun Tage in der Gegend. Aber nicht in Legian. Vielleicht mal nach Sanur schauen?

Freitag, 15. November 2012
Ubud

Wir behalten unsere Home Base in Legian, machen aber mal einen Abstecher nach Ubud und finden eine Unterkunft, deren Anlage eher an einen Tempel erinnert, als an ein Hotel.

Säulen vor unserem Zimmer

Skulpturengarten vor unserem Zimmer

Pool neben unserem Zimmer

Pracht-Sofette

Eingangsportal

Ubud ist bekannt für seinen Markt mit Touristenkram, es ist eine Künstlerhochburg (jeder zweite ist hier selbsternannter Künstler) und neuerdings auch noch westlich-spirituelles Zentrum Balis und wahrscheinlich von ganz Indonesien. Überall Yoga-Angebote und Eso-Zeugs.

Nagetiere im Markt!

Masken

Marktmüllhalde

Sarongs

Ubud von oben

es kübelt! und wie!

Abends ziehen wir uns den abgefahren, anderhalbstündigen Legong Dance rein. Begleitet vom Gamelanorchester wird eine Geschichte vorgetanzt, die von Intrigen im Königshaus und wilden Kreaturen berichtet. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich teils roboterartig, teils geschmeidig und jede Augen- und Fingerbewegung hat eine Bedeutung.

Gamelan

Kostümoverflow

er tanzt durch den Wald und erfreut sich an der Natur

Augen

Synchronizität

der König

Grazie

Monster

Am nächsten Morgen besuchen wir noch den Monkey-Forrest. Eine Anlage, in der Affen und Menschen frei herumlaufen. Teils landet man in sehr verwunschenen Ecken.

entfernter Verwandter

Der Affe lässt das Lausen nicht!

Baby

Schmetto

verwunschene Brücke

Lecker!
vier Arme, vier Hände

Affenfriedhof

Affenfriedhof

Danach fahren wir erstmal zurück nach Legian.

angeblitzte Mücken!