Samstag, 11. August 2012

Deniyaya - Sinharaja Forest Reserve

Donnerstag, 9. August 2012

Von Hikkaduwa über Galle und Akuressa ging es in teils halsbrecherischer Busfahrt nach Deniyaya in die Berge.

 
Der erste Busfahrer gab Vollgas und schmiss den Bus durch jede verdammte Kurve wie ein vom wilden Watz gebissener. Plötzlich schrak ich zusammen: der telefoniert dabei auch noch! Doch als er sein Handy dann zur Seite legte, gab er erst richtig Feuer!! Hätte ich seine Nummer gewusst, ich hätte ihn angerufen um das Ganze wieder zu entschleunigen. Aber irgendwann lässt man sich sogar von sowas in den Schlaf schaukeln.

good bye Hikkaduwa

im Bus

da ist doch noch Platz!

Deniyaya ist ein verschlafenes Nest, hier gibt es nicht mal Restaurants. Es ist irgendwie untouristisch, obwohl hier ja ganz dufte Regenwaldtouren stattfinden sollen. An der Straße: Händler, zig. Auf den Fischen: Fliegen, hunderte. Und auf den Fliegen sicherlich Milben, tausende. Die Gemüseläden sahen ganz nett aus, mit ihren seltsamen Gemüsesorten und teils noch mit Balkenwaage.

Im Deniyaya Rest House hatte ich von unterwegs mal angerufen und nach einem freien Zimmer gefragt. Als ich dann ankam war es trotzdem voll. Grrrr. Naja, der Typ, den ich am Telefon hatte, hat mich dann woanders einquartiert. DAS Zimmer war dann echt katastrophal. Von außen sah die Bude ja ganz edel aus. Kolonialstil, viel Platz, zig Tische im Essensraum. Die Zimmer waren aber unter aller Kajüte:

Im ersten Zimmer war ein Loch in der Tür. Man hätte also nur mit langen Fingern durchgreifen müssen, um die Tür von außen aufzukriegen. Ich machten den einen Hoteljungen darauf aufmerksam und er holte einen Lappen und steckte ihn in das Loch. Ok, DAS hätte ich auch noch hinbekommen :)

Das zweite Zimmer habe ich dann genommen, aber es war trotzdem ein Fehler. Die Kloschüssel war locker, das Waschbecken war locker. Der Spiegel darüber war sogar so locker, dass er mir prompt komplett entgegenkam, als ich ihn berührt habe! Ich habe ihn dann ganz plakativ neben das Waschbecken auf dem Boden platziert. Ich wette der steht da jetzt und wartet auf den nächsten Gast. Über den Fenstern waren breite Lüftungsschlitze angebracht, damit die Mücken auch auf jeden Fall ins Zimmer finden. Keine Handtücher. Kein Klopapier - das ist aber in Ordnung, es gibt hier ja diese Rosettendusche mit ordentlich Schmackes. Das einzige was neu war, war der Duschkopf. Also der für die Dusche.

Falls jemand das hier liest und plant nach Deniyaya zu fahren: ich habe den Namen des Schuppens nie in Erfahrung gebracht, aber er liegt nahe, aber nicht an der Hauptstraße und ist an der pink-violetten Außenfarbe zu erkennen. Gar nicht erst reingehen, ganz großer Müll!

Gegessen habe ich dann im Deniyaya Rest House und dort auch die Dschungeltour klargemacht. Eine Ami-Familie wollte sich mehr auf Vogelbeobachtung konzentrieren, aber die beiden Polen (Thomas, Monika) wollten die ganz normale Tour machen. Dort habe ich mich dann eingeklinkt. Mit den beiden habe ich dann noch ein bisschen gequatscht und es wurde ganz lustig. Außerdem habe ich noch meine Tourplanung etwas angepasst. Kandy werde ich wohl knicken oder nur ein paar Stunden dafür einplanen. Ich stehe nicht so auf Tempel. Und Elefanten, die irgendwo angekettet rumstehen, sind auch nicht so mein Ding. Die schaue ich mir lieber in Sigiriya im Naturschutzpark an.

Freitag, 10. August 2012

6:15 aufstehen - mal wieder schlecht geschlafen *gähn*... Bloß raus aus diesem fiesen Dreckloch. Um 7:30 sollte die Tour am Rest House losgehen. Als ich das Zimmer bezahlen wollte, saß ein alter Mann im Essraum vor der Glotze und ich sagte "Good Morning, Ayubowan". Er rührte sich kein Stück, ignorierte mich völlig. Schon am Vorabend war er ziemlich komisch drauf, hat sich aber mit seinen Schergen wenigstens kurz angebunden unterhalten. "Excuse me Sir?" hat auch nicht geholfen. Direkte Ansprache, keine Reaktion. Was für ein Penner, dachte ich. Bei wem anders das Geld abgegeben und wech hey!

Auf Rumpelpfaden ging es dann leicht verspätet zum Dschungel-Entrance-Gate. Die Wege führten durch Felder, Dörfer, über schmale Brücken. Manche Schlaglöcher waren riesig und mit matschigem Regenwasser gefüllt - man hätte locker ein Fahrrad darin verstecken können. Oder sich selber.

Unterwegs gab es schonmal zwei Chamäleons zu sehen, die auch prompt, ganz langsam ihre Farbe veränderten. Erst schwarz-rot, dann Tarnmodus komplett grün. Genial!


vorher ...

... und nachher

Am Gate ging es dann in den Wald. Vorher hat uns der Guide noch die Beine, Socken und Schuhe gegen die Blutegel mit Salz eingerieben.

 


Es gab Tausendfüßer, Riesenspinnen, Affen, große Schnecken, Känguruh-Lizards, Libellen, Schmetterlinge und wieder Chamäleons zu sehen. Leider keine Schlangen, da hatten die Amis mehr Glück. Außerdem Cardamom, Zimt, Teebäume, Pfeffer der an Bäumen wächst, Urwaldriesen und und und. Irgendwann haben wir den Betonpfad verlassen und sind über Holzstiegen und Wurzelwerk die Berge rauf und runter geächzt.

Zumindest ich habe geächzt, bin ganz schön out-of-shape. Lianen hingen überall rum und kamen von den Bäumen runter, um sich ein paar Mal in großen Schlingen zu drehen und dann wieder auf einen anderen Baum hochzuklettern. Vielleicht waren es auch Restbestände von Gartenschläuchen, die sehen nämlich genauso aus. Noch auf dem Betonpfad kamen uns einige Mopeds entgegen; obwohl das ein Naturschutzgebiet ist, werden die Wege als Abkürzung verwendet. Wir stellten daher ein paar Bärenfallen auf :)


Dschungel, deep deep

Guide, Thomas, Monika

Tausendfüßer

Spiderwoman

Känguruh-Lizard

Liane

Lianen
Alles war nass hier. Ich habe keine trockene Stelle gesehen. Ist ja klar, dass die Natur hier Vollgas gibt und sich in millionenfacherweise Sachen ausdenkt, auf die sonst kein Schwein gekommen wäre.

Aber auch die Menschen profitieren davon. Viele der Bäume und Sträucher können als Medizin benutzt werden. Die gekochte Rinde von Baum X hilft der Blutgerinnung auf die Sprünge, die Blätter von Strauch Y helfen gegen Dicke Beine oder so und nochwas anderes ist dagegen tierisch giftig. Und der Schneckenschleim der Riesenschnecken ist gut bei Husten. Ich musste sofort an meinen letzten Besuch im Quarks auf DS9 denken und Rom, den Ferengi, der sich einen handgepressten Schneckensaft bestellt.


Schnecko
Mal war es heiß, mal war es kühl. Irgendwann machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre und er wies den Himmel an, die Schleusen zu öffnen. Seine Schleusen weit. Ich wollte mal meine Funktionsklamotten ausprobieren und habe ja eh keine Regenjacke dabei. Mit dem Regenschirm durch den Wald, war mir zu tuntig und bald war ich komplett nass bis auf die Haut.

Und plötzlich kamen auch die Blutegel die gesalzenen Chucks hochgekrochen. Sie sind ganz klein, vielleicht 3 cm lang und 2 mm dünn und bewegen sich wie Raupen, nur viel schneller. Vorne ist der Saugnapf, also das Maul. Man konnte sie meist ganz gut wegschnippen und wenn sich dann doch einer festgesaugt hatte, bekam man ihn mit etwas Salz schnell wieder ab. Gar nicht so schlimm. Aber als ich wieder zurück war, habe ich noch zwei blutende Stellen entdeckt - das wollte erst gar nicht wieder aufhören.



Affe

Jungle River

Fleischfressende Pflanze

noch ein Chamäleon

Als wir dann, wie versprochen am Wasserfall ankamen, waren die Ornitologen-Amis auch schon da.

Über die Steine im Wasser zum Becken des Wasserfalls zu laufen war schonmal großes Kino. Monika hatte schiss, Thomas und ich auch - aber wir haben wohl auch die richtig dosierte Menge "dem Macho ist alles Scheißegal" in den Genen. Was hätte schon passieren können, außer einem Vollbad oder ein paar Abschürfungen...

Man rutschte und man sah den Steinen nie an, ob sie jetzt Grip hatten oder glitschig waren. Das Wasser war dann angenehm und der Wasserfall hämmerte auf einen nieder.



da lang zum Wasserfall

die Amis und Thomas

kleiner Wasserfall

Mr Guide
Auf dem Rückweg waren Hose und Shirt wieder einigermaßen trocken, aber es fing natürlich gleich wieder an zu schütten. Zu allem Überfluss mussten wir dann noch übern Fluss, also mitten durch. Mir war langsam alles wumpe, was Nässe angeht, ich war eh completely soaked. Deshalb hat es auch riesigen Spaß gemacht, sich durch die Strömung des Flusses zur anderen Seite "rüberzukämpfen".



ab durch die Mitte
Nach der Tour waren wir alle gut im Arsch und ich hatte sogar ein bisschen Fieber, das sich aber schon am Abend wieder erledigt hatte. Es waren insgesamt ca. 9 km durch den Regenwald. Das hört sich nicht viel an, aber es ging halt rauf und runter, man hat diese andauernde Reizüberflutung und muss nebenbei noch aufpassen, dass man sich nicht ständig auf die Schnauze legt.

Ich habe dann mein Zimmer bezogen und erstmal gestaunt. Auch etwas runtergekommen, Ameisenstraße an der Wand im Badezimmer, aber insgesamt in Ordnung. Aber das Zimmer hat mindestens 35 Quadratmeter und bis zu 6 Meter Deckenhöhe. Geilomat!


biiiig room

Blick von der Terasse des Deniyaya Rest House
Deniyaya Rest House

Wer soll das alles essen??

Die beiden Polskis sind noch am gleichen Tag nach Galle abgedampft.

Samstag, 11. August 2012

Ich bin noch einen Tag länger im Deniyaya Rest House geblieben. Lesen, schreiben, rechnen.

Gerade ist eine Holländerfamilie angekommen. Total unfreundlich, grüßen nicht mal zurück. Ich könnte ihnen ja ein paar Tipps für die Dschungeltour geben, aber so natürlich nicht.

Ein kleiner Spazgang in der Nähe des Guesthouses bringt erstaunliches zu Tage: jede Straßenlaterne ist mit einem Lichtschalter ausgestattet. Wahrscheinlich sind die Anwohner angehalten, da ab und zu mal draufzudrücken.



big bamboo

WOW!

alte Blätter, neue Blätter

wahrscheinlich Müllbeseitigung

Bananeblüte

ein Mann, ein Baum

Brotfrucht oder Jackfruit?

was, wenn es regnet?

Größenvergleich

Symmetrie

nicht ins Klo stellen!

I love Oldies!