Samstag, 25. April 1998

Bahasa Indonesia - ein paar Vokablen





saya
ich
aku
ich (unter guten Freunden)
engkau
du
ia / dia
er, sie, es
kami
wir (ohne dem/den Angesprochenen)
kita
wir (mit dem/den Angesprochenen)
kami
ihr (wie duzen oder auch siezen)
mereka
sie
makan
essen
minum
trinken
tidur
schlafen
pergi
gehen
ini mahal
das ist teuer
kamar
Zimmer
bis
Bus
ayam
Huhn
rumah
Haus
sakit
krank
rumah sakit
Krankenhaus
banyak
viel
sedikit
wenig
Ya
Ja
Tidak
Nein, nicht
matahari
Sonne (Auge des Tages)
bir, kopi, teh
Bier, Kaffee, Tee
Kamar
Zimmer
kecil
klein
Kamar kecil
Toilette
Manis
süß
Nasi
Reis
Goreng
gebraten
apa?
Was?
sekarang
jetzt
Jalan
Straße, Weg, gehen
sekolah
Schule
terima kasih
Danke!
Ibu jari
Daumen (Mutter der Finger)
air
Wasser
air minum
Trinkwasser
tetapi
aber
Apa kabar?
Wie geht's?
Baik sekali
Sehr gut
Selamat pagi.
Guten Morgen. (bis 11 Uhr)
Selamat siang.
Guten Tag. (bis 15 Uhr)
Selamat sore.
Guten Tag. (bis 18 Uhr)

Selamat malam.


1
2
3
4
5
6
7
8
9

10

Guten Abend.

Satu
Dua
Tiga
Empat
Lima
Enam
Tujuh
Delapan
Sembilan

Sepuluh
 
Noch nicht genug? Hier findest du ein indonesisch-deutsches Wörterbuch

Links zu anderen Reiseberichten und verwandtem:
  Bali-Reisebericht
  Reiseberichte allgemein (reisetraeume.de)
  Landkarten von Indonesien

Donnerstag, 23. April 1998

10 Kamele für eine Frau




Tag der Abfahrt!

Packen, nochmals schoppen - wir kamen geradezu in den Kaufrausch - dann mit dem bißchen übriggebliebenen Geld noch Essen. Nett war noch die Aktion mit der Ratte, die die ganze Nacht in unserem Mandi saß. Ich habe das Vieh gar nicht bemerkt, so bekam sie einige ungewollte Duschen ab. Köm sagte dem Typen vom Hotel das mit der Ratte. Er kam auch gleich, um zu morden. Mit 'nem hölzernen Schrubber schlug er auf sie ein. Kein Respekt vor dem Lebenden, was man ja schon an den Hühnern sieht, die lebendig gekauft werden, um sie nach langer Fahrt auf Mopeds etc., zu lynchen.

Auf der Busfahrt nach Denpasar Airport quatschte uns ein Ami aus San Franzisko voll. Netter Typ, interessantes Gespräch über deutsche, amerikanische oder sonstige Mentalität. Menschen fühlen vielleicht überall gleich, handeln aber ganz verschieden.

Auf dem Flughafen stiegen wir zu früh aus. Nachdem ich die Aktion startete uns Essen mit den restlichen 9.000 Rp - Flughäfen sind verdammt teuer - zu kaufen, fanden wir raus, daß wir falsch waren.

Erst einmal die Aktion mit dem Essen: Ich ging raus in der Hoffnung die fliegenden Händler zu treffen, um eine Nasi-Tüte zu kaufen. Pustekuchen, alles was ich fand, waren Taxifahrer, die mich fragten: "Do you need transport?" Sie sagten mir auch, daß es Nasi-Tüten draußen - kilometerweit weg entfernt, unmöglich bei Mittagshitze zu laufen - gibt. Ich lief weiter und weiter, schwitzend, mit nur geringer Hoffnung, da sah ich ihn, den Padang Laden. Angenehm schmierig mit Indonesiern als Gäste. Gutes Zeichen für billiges Essen. Sie waren so nett, nach einigen Sprachschwierigkeiten mir zwei Tüten mit Nasi Campur zu packen. Wie die letzten Asis aßen wir mit den Händen Reis und alle möglichen Köstlichkeiten für 5.000 Rp. Ganz schön teuer, doch für 'nen Flughafen unglaublich billig. Die letzten 4.000 Rp erfreuen jetzt die Klodame.

Zum Glück mußten wir in Jakarta "nur" 3 Stunden statt 5 warten. Dafür geht unser Flug über Abu Dhabi (tiefstes Arabien). Hoffentlich verkauft Köm dort nicht schöne, weiße, blonde Frau für 10 Kamele. Zum Glück ist das Flugzeug jetzt schon zum Bersten voll. Ich frag mich nur, wer hier nach Abu Dhabi will. Alle sind weiß oder Indonesier. Ich sehe keine Kamele und auch keine Scheichs.

Köm erfreut sich gerade an beleuchteten Abgasen. Die einzigen Worte die erklingen: "Oh geil, abgefahren, super geil usw." Nur 7 Stunden bevor ich für immer verschollen sein werde.

Auf dem Hinflug war der Flieger ja nur mäßig voll, aber dieser ist fast komplett zugepackt. Und zwar mit Pauschal-Touris! Die typisch deutsche Beschwerde kam auch prompt: "Hier raucht ja wer! Da sind doch Nichtraucherzeichen!" Ein nicht-rauchen-Aufkleber scheint glaubwürdiger zu sein, als die Beteuerungen der Crew, daß hier trotzdem Raucher ist. Außerdem stets auf der Boarding Card. Schon scheiße, wenn man Reihe 25 hat und ab 26 der Raucher beginnt. Da wird natürlich gleich aufbegehrt, und das Magengeschwür wächst auch sofort um 250% Kann man das nicht auch gelassener angehen und in Ruhe eine Lösung finden? Ein Vorschlag war, eine Wand zu ziehen, glaub' ich. Mann-o-mann!

Draußen war gerade ein Gewitter unter uns! "Oh geil, abgefahren, super geil usw." Sah aus wie im ersten Startrek-Film, als die Enterprise in V'ger reingeflogen ist. Spock steigt gleich aus...

Und die beleuchteten Abgase kamen aus der Düse und haben genau den Luftstrom über der Tragfläche gezeigt. Wie im Windkanal.

Aha, da kommt die Kneipe angerollt! Saufen! Whiskey-Cola für Köm und Bir Bintang für Silke!
Und dazu will er auch noch 'ne Kippe. Erst regt er sich auf, daß wir im Raucher sitzen, und dann wird er schwach. Es ist schon reizvoll, gerade jetzt, weil die Alte die sich über das Rauchen aufgeregt vor uns mit dem Typen, der sie erst angemacht hat, flirtet.

Langer Satz, keine Aussage. Köm singt, vielleicht bekommen wir auf diese Weise mehr Platz. Zur Not werden wir unsere Didgeridoos zücken und die Leute von dannen furzen, oder, wie Köm meint: "direkt in den Luftkanal blasen".

Mittwoch, 22. April 1998

Tempel, Natur und irre Tänze



Endlich hatten wir es gebacken bekommen, uns ein Moped auszuleihen. Nach den ersten zwei Tempeln hatten wir die Schnauze voll vom Tempelgucken. Es war eine absolute Touriverarschung an der viele Weiße auf diesen berüchtigten Guided Trips teilnahmen. Guided Trip = viel Kohl, ohne wirklich was zu sehen. Natürlich bezahlt man in Dollars.

Wir sind dann einfach drauf los gefahren ins Grüne. Bali hat doch noch schöne Ecken. Wir kamen an Reisplantagen und kleinen Bauerndörfern vorbei und genossen plötzlich wieder das "Hallo Mister"! Naja, Mister ließen die meisten weg, das machte sie gleich noch viel sympathischer. Nachdem wir getankt - das hieß wieder zurück nach frag mich nicht, irgendeine größere Stadt - und gegessen haben - in einem dieser coolen Nasi-Läden - sind wir noch mal auf gut Glück losgefahren. Eine Straße entlang, die eher einem Feldweg mit riesigen Schlaglöchern glich. Überall wurde gebaut, worüber wir uns ganz schön gewundert haben. Was sollten diese riesigen Bauwerke zwischen armseligen Hütten, Reisfeldern und wunderschöner Natur?

Wir machten Rast an einem kleinen Bach bei einem Tempel wo Ganesha verehrt wurde. Elefantenköpfige Mutation, die Shivas (hübsch, sehr menschlich) Sohn sein soll. Ein Mann kam, guckte, sprach mit uns, hockte, wartete. Worauf? Als wir gingen sahen wir noch über unsere Schultern hinweg, daß er sich waschen wollte.

Es ging weiter durch Schlaglöcher, als der Weg plötzlich am Meer endete. Ein traumhaftes Fleckchen Erde - schwarzer Sand, wenig Müll, hohe Wellen, glasklares blaues Wasser - von dem ein Deutscher nur träumen konnte. Eine einsame Strohhütte stand am Strand, sonst einsam. Ein Mann suchte nach Muscheln, sonst war keiner zu sehen. In der Ferne sah man die Hotelklötze von Sanur Beach, weit genug entfernt um die Idylle zu stören. Ein Gewitter zog auf, so daß ich darauf drängte einen trockenen Unterschlupf zu finden.
Wir saßen in einem Kiosk zwischen vielen gackernden Hühnern. Ein kleiner Hund jaulte hinter dem Laden. Respektvoll hob ich immer dann die Füße, wenn Mama Huhn mit ihren Balgen vorbeistolzierte. Ein Typ kam und quatschte uns auf die übliche Art voll. Von wegen: "Where are you from, are you married, what's your name?" Später erzählte er uns auf indonesisch, daß sie Hotelklötze an ihren wunderschönen Strand stellen. Das waren also diese Baustellen. Er schien das gut zu finden. Touris bedeutet Arbeitsplätze, bedeutet Geld.
Es regnete nicht, wie uns das Mädchen vom Kiosk vorher schon mitteilte. Wir fuhren zurück. Bei der Mopedtour habe ich noch das geplante erreicht: Sonnenbrand auf den Schultern. Ich kann doch nicht blaß von sieben Wochen Indonesien nach Hause kommen! Abends haben wir uns das touristische Muß angeguckt: einen Legong-Tanz. Die übliche durchgedrehte Mucke, nur noch schneller, lauter als in Jawa und die Tänzer wie Roboter. Einstudiert halt - befremdend. Köm war fasziniert. Drei verschiedene Tänze wurden aufgeführt. Der zweite ähnelte mit dem Drachen und den Affen einer Zirkusvorstellung. Ah, da kommt Köm, vielleicht weiß er die Vorstellung positiv darzustellen!

Ich fands geil! Voll das hektische Gezappel und totale Chaosmucke. Hab mir im Kaufrausch noch ne CD mit Legong-Mucke geholt.

Dienstag, 21. April 1998

ein schönes Fleckchen Erde



Ich hab gestern konsumiert! Tücher, Gewürze, Holzschnitzkunst usw. Endlich richtig Geld ausgeben! Jippie! Am Sonntag hab ich meine Mütze in einem Bemo liegen lassen, und hier gibt's nur Scheiß. Hab noch ein Kartenspiel gekauft, ähnlich wie Mahjongg.

Wir haben dann noch einen Spaz-gang in die Pampa gemacht, und ich habe den schönsten Fleck Erde, den ich je gesehen habe entdeckt. 2 steile Flußtäler, erst mit düsterem Urwald und dann offen und weit mit Gras, Palmen und Häusern am Hang mit klassischen Strohdächern. Ich wünschte mir in dem Moment Zelt, Kocher usw. dabei zu haben und einfach nur zu latschen. Für Wochen.

Am Nachmittag gingen wir durchs Dorf und standen plötzlich in den Reisfeldern. Wieder einfach nur total schön.

Montag, 20. April 1998

nix tun



Wollten eigentlich mit dem Moped durch die Gegend eiern. Doch ich hatte mir mal wieder eine super fette Erkältung zugezogen, daß wir in Ubud geblieben sind. Jetzt sind wir gerade fett beim Konsumieren. Das einzige was man hier machen kann, ist kaufen, kaufen, kaufen. Die Preise sind immens hoch, so daß wir handeln, bis der Arzt kommt. Die Leute hier sind im Gegensatz zu Sumatra nie glücklich über den Preis, obwohl wir hier viel mehr bezahlen. Sowieso ist alles nur teuer. Essen, Trinken, alles! Eigentlich sollten wir uns nicht anstellen, es sind alles Spottpreise im Vergleich zu Deutschland.

Vor unserem Raum stehen zwei Didgeridoos. Nachdem Köm sie entdeckt hatte, nervt er nur noch damit rum. Ich wußte schon immer, daß furzen seine Lieblingsbeschäftigung ist.

Sonntag, 19. April 1998

Touris in Ubud



So, In Ubud angekommen. Die Fahrt mit den Bemos war wie immer ein Abenteuer. Für eine 3 Std. Fahrt mußten wir 3x umsteigen. Es gibt sogar Sitzplätze, die kürzer als meine Oberschenkellänge sind. 

Ubud selbst ähnelt einem riesengroßen Markt. Jeder hier verkauft etwas. Ein Dorf voller Geschäftsleute. Hab' noch keinen hier gesehen, der einen anderen Job ausübt. Als wir ankamen überredete uns ein Bengel gleich sein Hotel anzugucken. Sind dort auch geblieben. Ist ganz nett westlich hier.

Samstag, 18. April 1998

chill out die zweite



Sind doch nicht gefahren. Statt dessen haben wir nur gegammelt. (gesonnt, gebadet, gelesen, gefletschert)

Freitag, 17. April 1998

Schnorcheln die zweite



Viel gibt's über Amed nicht zu erzählen. Hier ist ein Hotel, 1 Restaurant und Meer. Zimmerpreis ist OK, aber die Essenspreise viel zu hoch! Schnorcheln war billig und das haben wir gleich gemacht. Ich würd' sagen es war ganz nett, doch nicht der Oberhit: paar bunte Fischlein und Korallen. Nach zwei Stunden im Wasser paddeln war ich super platt und naß. Ich wollte einfach nicht wieder trocknen. Abend hab' ich mir dann noch eine lecker Ganzkörpermassage geben lassen, ich fand's gut. Köm war am lästern, weil ich ziemlich entblößt vor unserm Zimmer lag, als er kam. Hat er noch nie ne nackte Frau gesehen?

Nachdem mich die Mücken fies durchgeochst haben, traute sich Köm nicht auch eine Massage zu bekommen. Ihm entgingen die Hände einer jungen, hübschen Indonesierin.

Das Moskitoproblem brockt uns immer eine lange abendliche Mordaktion ein. Hier ist das erste Hotel, wo wir das Moskitonetz nicht aufhängen, deshalb töten wir Abends so ca. 20 Moskitos bevor uns der Schlaf überwältigt. Hab' noch nie solche monströsen Viecher gesehen! Morgen wollen wir weiter nach Ubud - Kultur und noch mehr Touris gucken. Hier sind wir schon fast von nur Weißen umgeben, mal gucken, ob uns morgen Deutschland empfängt.

Mittwoch, 15. April 1998

Prambanan und ein volles Bemo



Wir wollten um 5 Uhr aufstehen, um nach Prambanan zu fahren, aber mein Wecker hat versagt, scheiß TIP-Batterien. Wird jetzt in Indonesien verbrannt. Die Batterie, nicht der Wecker. Wir sind dann etwas später hingefahren. Der Tempelkomplex war noch geiler als der Borobudur.

In Prambanans Hindu-Tempeln wird die Dreifaltigkeit Brahma-Shiva-Vishnu verehrt, und noch die -zig anderen Götter der Hindus. Seltsam war, daß sie dort wie in Borobudur auch Stupas und Buddhas hatten. Die Rückfahrt war mal wieder ein Paradebeispiel indonesischen öffentlichen Verkehrs. Wir kamen zur Hauptstraße und der Bus kam sofort!

Wir hatten am Abend klargemacht, daß wir nach Denpasar fahren und hatten in Yogya grade noch Zeit zu duschen und essen zu gehen. Der Bus sollte um 14 Uhr losfahren, und wir waren um 13.30 bei der Busstation gleich um die Ecke unseres Losmen. Ich bekam mein Essen rechtzeitig, Silke leider nicht und mußte hungrig einsteigen. Wir hatten ausdrücklich einen normalen Bus ohne AC geordert und waren über die 42.000 pro Person überrascht, die die Fahrt kostete. Es war natürlich ein AC-Bus. Sogar mit 2 Mahlzeiten (nur eine richtige, die erste war mehr wie ein Lunchpaket mit Süßkram) und, unglaublich aber wahr, mit Fernsehen per Laserdisc. Es kam dann auch gleich der erste Metzelstreifen: "True Vengeance" mit Cindy Crawford. Problem war nur, daß bei den super tollen Straßen in Indonesien die CD dauernd gesprungen ist, und so konnte man sich, immer davon abhängig wie die Qualität der Straße war, die besten Szenen abschminken und die schlechtesten bis zu 3x nacheinander ansehen. Nach einiger Zeit waren wir überzeugt, daß unser Ticketpreis nicht ganz zu diesem 1A Bus gehörte, aber wir wollten keine schlafenden Hunde wecken, und wir wurden auch nicht drauf angesprochen. Der zweite Film war mit Cindy Crawford, nicht der erste. Aber beim 2. Film floß auch sofort Blut.

Als wir in Denpasar angekommen waren, wurden wir gleich mit dem Bali-Preisgefüge bekannt gemacht. 12.000 Rp für 2x Nasi mit Huhn und Coke + Sprite in einem normal-schmierigen Indo-Imbiß! Wir hatten mit der Hälfte oder 8.000 gerechnet.

Von Denpasar gings nach Batubulan (1.000 pP), dann nach Amlapura (5.000). In Amlapura kamen wir nur schlecht weg und wollten eigentlich auch endlich ankommen - wir waren immerhin schon 20 Stunden oder mehr unterwegs - und ließen uns für 15.000 nach Amed bringen (von 40.000 runtergehandelt!). Unser "Charter"-Minibus war schon proppenvoll nach ein paar Kilometern, als am Wegesrand ein ganzer Clan festlich gekleideter indonesischer Frauen stand - so ca. 10 Leute. Der Busfahrer hat alle reingequetscht!!! Und das, obwohl wir beide vorne saßen und er niemanden zu uns gesteckt hat. Die erste vorsichtige Schätzung belief sich auf 35 Leute im Bemo! Ohne Scheiß. Und ein Bemo hat ca. die Grundfläche eines Polos!

Als ich nach hinten guckte sah ich nur ein Meer von lachenden Gesichtern. Wie schaffen sie es 3 Leute auf einen Sitzplatz von einem zu quetschen?

Dienstag, 14. April 1998

Gamelan Chaos




Mal wieder ging ein ganzer Vormittag drauf beim Geld besorgen. Die Raten werden immer mieser! Abends dachten wir, wir müßten noch etwas touristisches, kulturell anspruchsvolles tun. Also sind wir Abends in ein Schattentheater gegangen. Eine völlig durchgeknallte Vorstellung stand uns bevor. Es waren nur sehr wenige Zuschauer zugegen, die im Lauf der Zeit immer weniger wurden. Die Gamelanmusik, die traditionell zum Theater gespielt wird, ist von sich aus schon total durchgeknallt. Ein europäisches Ohr vermag kaum ein System, eine Struktur vernehmen. Alles hämmert gleichzeitig auf seinen Gongs, Xylophonen und sonstigem rum. Trotzdem vermögen die meist 16 Leute Stimmungen prima darzustellen.


Skizze vom Gamelan Orchester
Man konnte die Vorstellung von vor und von hinterm Schirm bewundern. Zuerst saßen wir davor und irgendwann befiel mich diese Müdigkeit, die mich immer dann heimsucht, wenn ich passiv Unterhaltung erfahre, z.B. Kino, Fernsehen. Als ich schon zig-Mal eingepennt war, wechselten wir zur Seite hinter dem Schirm, auf der man auch das Gamelan-Orchester beobachten kann.

Irgendwann merkten wir, daß die ganze Truppe total gelangweilt war und als sie dann anfingen Witze zu reißen und lauthals darüber lachten (jung + alt, mann + frau), wurde es interessanter. Der Puppenspieler (Dalang) lachte mehrmals sogar ins Mikro. Wir amüsierten uns köstlich!

Ein Gamelanspieler entfernte sich. Als er wiederkam, setzte er sich hin, betätigte zweimal seinen Gong und die Musik änderte sich abrupt. Timing oder "Improvisation" oder haben alle nur auf sein Zeichen gewartet, bis er mit pissen fertig war?
Zum Schluß sah man schon, daß alle Akteure einfach nur noch abhauen wollten. Während des Stücks bereiteten sie sich vor zu gehen und einer stand schon mit einem Bein, machte seinen letzten Ton und ging. Die anderen applaudierten sofort, wohl als Zeichen, daß wir jetzt zu applaudieren haben. Innerhalb von 10 Sekunden waren sie verschwunden.

Montag, 13. April 1998

Borobudur



Um 5 Uhr wieder auf den Beinen gewesen. Mal wieder nur 4 Stunden Schlaf für mich. Als wir morgens durch die Stadt kutschiert wurden, sah man die Armut vieler Menschen unverhüllt. Man konnte sehen, wer alles auf der Straße pennt, wie einige frühstückten. Ich fühlte mich miserabel in meinem Reichtum. Alle Straßenverkäufer (fast alle) sind obdachlos. Taxifahrer - obdachlos. Becakfahrer - obdachlos. Der eine erzählte mir, daß er zweimal am Tag gebratenen Reis für 2000 Rp futtert. Fürs Ei hat er keine Kohle. In guten Zeiten, so meint er, nimmt er so ca. 10.000 Rp pro Tag ein. An den schwarzen Tagen gar nichts. Wir sind nach Borobudur zu einem großen Buddhistentempel gefahren. Soll das 8. Weltwunder sein. Super touristisch. Der Eintritt sauteuer: 10.000 Rp. Nachdem wir Tempel und Museum gesehen hatten und uns über die dicken schwitzenden Touristen lustig gemacht haben, wollten wir uns in den Schatten setzen und aus-chillen. Plötzlich waren wir von den ganzen fliegenden Händlern, die uns tierisch genervt hatten, umringt. Wir kamen mit ihnen ins Gespräch und nach und nach fühlte ich mich immer wohler. Viele von ihnen waren Kinder von Bauern, die irgendwie versuchten etwas dazu zu verdienen. Sie waren einfach nett, einfache Menschen, die uns als gleich akzeptierten. Wir hatten alle nur den gleichen Wunsch - in Ruhe die Mittagshitze zu verbringen.

Wir saßen bei ihnen, aßen mit ihnen (super leckerer Reis, Nudeln, seltsame Soße für 1.000 Rp) und gammelten mit ihnen. Sie durchblätterten unseren Reiseführer und amüsierten sich über die seltsame Tracht der Urvölker. Bewunderten unsere Sandalen (ich schämte mich plötzlich wegen meiner 100 DM teuren Sandalen). Köms Sandalen 50.000 Rp, ihre 2.000 Rp. Wir versuchten ihnen zu verklickern, daß wir in Deutschland nicht gerade die Reichsten sind. Es ist schwer zu verstehen, wenn man nur so mit Rupien um sich schmeißt. Tja, das war's für heute. Wir sind mal wieder beide super platt, Köm pennt schon wie immer!

Sonntag, 12. April 1998

Do you want to see my Batik?







Morgens gegen 11 Uhr haben wir uns den Traditional Dance im Palast angeguckt. Leider waren wir ziemlich spät dran, weil wir einfach nicht aus dem Bett kamen. Die letzte Nacht war etwas lang, zu lange haben wir mit den Neu-Seeländern gequatscht. Danach gings auf den Birds Market. Im Tempel wurden wir von einer Gruppe junger Englischstudenten (Indonesier) verfolgt. Sie hatten die Aufgabe Touris zu interviewen um ihr "English" zu "practicen". Bei der dritten Truppe und ca. 30 Fotos waren wir total genervt. 

auf dem Vogelmarkt Pasar Ngasem
Der Bird Market war erschreckend. Alle möglichen wilden, zahmen Tiere wurden angeboten. Die Bedingungen unter den sie angeboten wurden, war herzzerreißend. Das Positive: Wir konnten uns endlich mal einen fliegenden Hund, Leguan, exotische Vögel von der Nähe betrachten. Nervtötend sind hier immer wieder die Becakfahrer, die dich fast auf Knien darum anbetteln, dich fahren zu dürfen. Genauso anstrengend sind die Typen, die dich damit anhauen: "Do you want to see my Batik?". In Deutschland wollen dir die Typen ihre Briefmarkensammlung zeigen und hier?? Andere Länder, andere Sitten.

Abends haben wir dann noch einige Aufregung erlebt. Ausversehen sind wir gegen 11 Uhr in die schlimme Ecke von Yogyakarta geraten. Wir hatten uns in den engen Gassen in der Nähe von unserem Hotel verirrt. Die Gassen waren voll mit jungen Kerlen und "Nutten"?? Jedenfalls herrschte eine ganz komische Atmosphäre, in der Touris nichts zu suchen hatten, jedenfalls glaubte ich das auf den Gesichtern der Einheimischen zu lesen.

Samstag, 11. April 1998

Schreibfaul...





Jalan A. Jani in Yogyakarta
Morgens sind wir dann in unsere Absteige umgezogen. Den ganzen Tag haben wir eigentlich nur mit Geld besorgen und dann wieder ausgeben verbracht.

Freitag, 10. April 1998

nach Jogyakarta




auf dem Tanduy-Fluß nach Yogya

Morgens um 5 Uhr aufgestanden. Durchgeplante, vom Hotel organisierte Fahrt mit Boot und Bus nach Yogyakarta. Ich hab die meiste Zeit verpennt. Angekommen, auf Hotelsuche gegangen, wie immer schweißtreibend. Sind in super elegantem Hotel mit Swimmingpool gelandet. Ist uns zu sauber und zu teuer. 6 DM für ne Nacht is echt übertrieben. Wir haben heute Abend einen Raum für 1,50 DM gefunden. Lecker dreckig, in verkommener Gegend, gleich neben einer Moschee und wir, wir waren happy!

Donnerstag, 9. April 1998

Affen und Puppen





dreister Affe ein einsamer Strand im Monkey Forrest
Ich war völlig fertig - 6 Stunden Schlaf reichen mir einfach nicht! Nachdem Köm enttäuscht vom Markt wiederkam - viele Stände, die alle das Gleiche anbieten - sind wir auf Dschungeltour gegangen. War ein gemütlicher Spaziergang durch den Nationalpark. Mit dem Guide hatte ich Abends noch gesoffen, deswegen war er 'ne ziemlich träge Ente. Es war ganz nett Affen zu füttern, Stachelschweine zu sehen und durch einen tierisch düsteren japanischen Bunker zu rennen. Dieser Bunker wäre die ideale Geisterbahn. Wir hatten alle schon ohne irgendwelche Monster super Schiß da rein zu gehen. Man kann ja nie wissen von wegen Schlangen und Skorpione. Diese Viecher fand ich ja schon bei Helligkeit grauselig. Die Tierwelt in dem Park war ganz nett, nur fehlte uns der Nervenkitzel ein wenig.
Skizze Puppenspieler

Abends sind wir dann mit den Typen vom Hotel - sie waren so lieb uns mitzunehmen - bei einer Beschneidungsparty gewesen. Die Hinfahrt war alleine die Aktion wert. Drei Leute auf einem Moped und das Ding kommt nicht mehr aus dem Arsch. Wir wollten zu der Party, weil es dort eine Puppentheateraufführung gab. Die Band alleine war schon hörenswert. 12 Leute schienen planlos auf Trommeln, Xylophonen und sonstigen Instrumenten rumzutrommeln. Da sollte sage und schreibe ein einstudiertes System bei sein. Das Puppenspiel was dazu stattfand, war schon erstaunlich, da der Spieler es verstand, die Puppen zum Leben zu erwecken. Die Bewegungen schienen teilweise so menschlich, genial. Mit einer Hand bewegt der Puppenspieler die Arme, mir der anderen den Leib und den Kopf. Die Vorstellung wurde aber bald ziemlich einschläfernd, weil bald die Sprache in den Vordergrund rückte. Ich kann nur wirklich nicht gut indonesisch. Deshalb schläferten mich die aufgestellten drei Puppen, die sich kaum bewegten bald ein.

So eine Vorstellung soll sage und schreibe über 3-4 Stunden gehen! Ich glaub' ich find' Fernsehen schon ganz schön spannend.

Mittwoch, 8. April 1998

der Green Canyon




Hin grinst immer

Der Guide mit dem wir eine Dschungle-Tour machen wollten, erzählte uns gestern Abend, daß er eine andere Tour heute vorhatte zum Green Canyon. Netterweise stimmten wir zu, auch zum Green Canyon zu gehen. Sein Name ist "Hin" oder so ähnlich. Die Tour fing beschissen an, wurde dann aber doch ganz nett. Wir fuhren zusammen mit einem superreichen Indonesischen Paar. Er konnte super Englisch und man kann sagen, er hat die Welt schon gesehen. Amiland, London, Japan, Singapur. Für Indonesier schon weit rumgekommen.

Skizze von Stromschnellen im Green Canyon
Erst klapperten wir einige Fabriken ab. Ich war super gelangweilt. Aber der Green Canyon war cool. Erst gab es eine Bootsfahrt, kannste jedem über 60 zutrauen. Köm staunte, ich fand es scheiße. Dann stiegen wir aus, und es ging schwimmend, kletternd weiter. Es war ein richtiges Abenteuer den versprochenen Wasserfall zu sehen. Der Fluß war reißend, stellenweise Wildwasser 5-6. Wir hangelten uns von Stein zu Stein, kletterten an den Seiten lang und sprangen ins Wasser, wo die Strömung so stark war, daß sie dich hätte umbringen können. Wir waren ein Trupp von 8 Leuten. Unser Guide, der Indonesier, zwei alte Deutsche (Lob an die über 50 jährigen) und zwei junge Franzosen. Ich war mal wieder das einzige Mädel. Richtig gebangt habe ich an dieser Stelle: Das Wasser sah so wüst aus. Dort haben uns die beiden Deutschen verlassen. Die Vernunft der Alten sagte: "Dort kommst Du nicht lebend an." Ich lebe noch. Hin entpuppte sich als lustiger und interessanter Typ. Erster Kiffer, den ich getroffen habe. 

zwei Hauptverkehrsadernman beachte die Farbe des Wassersim Green Canyon

Vom Green Canyon gings an den Strand fressen. Lecker Fisch gefuttert, den Köm mir gnädigerweise zu 3/4 überlassen hat. Warum bestellt er auch Fisch, wenn er keinen mag? Dort mußte ich mich mal wieder darüber unterhalten, daß Männer eben nicht den Frauen in allem überlegen sind. Scheiß Macho. Hab tatkräftige Unterstützung von einer Holländerin bekommen, die - das stellte sich später raus - mit einem Indonesier verheiratet ist. Sowieso haben wir hier schon so einige Weiße getroffen, die schon länger in Indonesien wohnen. Heute Abend haben wir dann noch einige Bier gesoffen. Sind beide schon ganz schön angetüddelt, von ein-einhalb Liter Bier. Ich glaub' das macht das Wetter! Tja, Abends ist hier ganz schön tote Hose. Das einzige was bleibt ist nach der Dunkelheit pennen zu gehen. Also "Gute Nacht!"

Noch immer Mittwoch 8.4.

Geschlafen hat nur der Köm. Ich bin Abends noch an den Strand gegangen und hab mir das Geheule der Indonesier beim Gitarrenspiel angehört. War lustig, nur ist es hart, sich die Bengels hier vom Leibe zu halten, besonders, wenn Köm außer Reichweite ist.

Dienstag, 7. April 1998

ein Deutscher, total voll



Losmen Vindy

Die Fahrt war die Hölle. Ich bin die ganze Zeit nicht auf Toilette gegangen.

Das Homestay Vindy, das uns die Mädels empfohlen hatten, ist super prima. Das 2. Paradies nach "Uncle Jack", nur viel touristischer.

Heute morgen haben wir das arme Mädel aus dem Bett geklopft. Naja, für Touristen tun die hier alles mit einem Lächeln. Dann sind wir zum Beach gegangen, wo schon unglaublich viel los war, für die Uhrzeit. Beim Frühstücken haben wir dann noch einen alten Deutschen getroffen, der total voll war. Er lebt schon seit 13 Jahren hier. Er gab Köm noch einige Tips für die Weiterfahrt. Ich war einfach zu fertig für die Unterhaltung. Außerdem können Besoffene richtig eklig sein.

Sonntag, 5. April 1998

Krakatau - Seenot und Tornados





Skizze vom kleinen Boot
Um 6 Uhr morgens gings nach noch einer Ration gekochter Nudeln los in einem kleinen wackeligen Boot. Die Zeichnung ist miserabel, geb' ich zu. Die See war friedlich, die Bank im Boot super hart und unbequem. Nach einiger Zeit klagten Köm, Silke und Jannetje über schmerzende Ärsche. 

Krakatau war für mich nicht so der Hit. Eine Insel mit einem Vulkan und wenig Bäumen. Alles war schwarz vom Vulkangestein. Der Sand am Meer war genauso pechschwarz. Köm wollte den Berg bezwingen. Netterweise gingen wir alle mit. Die Holländerinnen gaben beim Fuße auf. Ich gab auf, als ich nach einer halben Stunde brühender Hitze, weichen Untergrunds und kaum geschafften Metern immer noch eine weite Strecke vor mir sah. Köm ging tapfer auf den Spuren von Captain Kirk weiter. Und was hat er gesehen?

Es war der geilste Aufstieg der Welt! Prompt, als sich Silke umdrehte/schlappmachte, wurde ich von 3 Außerirdischen an den Kraterrand gebracht, und dank des mit verliehenen Schutzüberzugs konnte ich sogar in die brodelnde Lava springen! Ich glaube, so war es gewesen...

Was die Hitze doch dem Menschen für Trugbilder vorgaukelt! Gekühlt vom Ozean sahen wir ihn mit schwarzen Beinen und rotem Gesicht wiederkehren. Der Clou: Er hat den Kraterrand nie gesehen, konnte aber so auch nicht reingefallen sein. Nachdem Köm den Dreck des Vulkans gegen den Dreck des Meeres getauscht hatte, ging das richtige Abenteuer los:

Auf der Fahrt zurück, wurde das Meer ungemütlich. Die Wellen waren ziemlich hoch. Das Boot ordentlich am schaukeln, als einer der beiden Motoren ausfiel. Nun waren wir noch 1/4 so schnell. Die Gesichter der Männer sahen besorgt aus, doch so sehr sie sich auch quälten, der Motor blieb stumm. Dann sah ich irgendwann, warum die Gesichter der Männer so besorgt waren: zum Glück weit entfernt war ein Tornado. Ich wollte es nicht wahrhaben und dachte nur, daß die Wolken etwas seltsam aussahen und machte mir keinen Kopp darum. Als Jan mich darauf ansprach, war es jedoch um mich geschehen. Sie hatte vorher den Film "Twister" gesehen, und wir unterhielten uns darüber, was alles mit einem geschieht, wenn man darein gerät.

Die Männer wendeten das Boot, zerfetzten den Sonnenschutz und versuchten zurück nach Krakatau zu fahren. Eine halbe Stunde des Bangens kam. Keiner sprach. Jan und Joanna saßen aneinandergeklammert auf der Bank, und mir gingen alle diese seltsamen Gedanken durch den Kopf, daß ich eigentlich noch kein Bock aufs Sterben habe und wie es wäre, jetzt zu ertrinken. Ich glaube ertrinken ist kein angenehmer Tod. Naja, nichts passierte. Die hohen Wellen durchnäßten unsere Klamotten, immer wieder wurde der kleine Junge losgeschickt, die Seitenstützen des Bootes festzubinden, da sie sich immer wieder lockerten, der eine Mann paddelte, der Sonnenschutz wurde als Segel benutzt. Irgendwann, als wir die Insel schon fast erreicht hatten sahen wir ein anderes Boot.
Da fiel der 2. Motor aus!

Als die "Steuermänner" mit der Bootsfahne winkten, drehte das große Boot bei und kam auf uns zu. Als sie fast bei uns waren, sagte mir der eine Kerl von unserem Kahn, entweder wir übernachten auf der Insel vor Krakatau oder es kostet 4 x 100.000 Rp uns retten zu lassen. Wie konnte er das wissen? Handy oder Eingebung? Ein belustigtes Grinsen und er sah, daß keiner von uns ihn mehr Ernst nahm.

Skizze der Krakatau-Tour
An Bord des Rettungsschiffes saßen eine Familie Franzosen, ihr Guide und 2 Schiffer. Sie fuhren um uns herum und wir wurden per Tau angekoppelt. Dann ging es weiter nach Krakatau. Die Zossen ("das sind richtige Touris", "They are really french") wollten halt auch Krakatau besichtigen. Sie gingen per Leiter an Land und um uns kümmerten sich der Guide und die Schiffer nicht. Joanna meinte: "I think it's not so deep!" und sprang! Mit Sarong und Top ging sie komplett baden. Als sie auftauchte, sah sie drei bekannte Fressen, die sich vor Schadenfreude totlachten. Es war wirklich wie im billigsten Slapstick! Bevor sie ganz unter Wasser war, konnte man noch sehen, wie sie große Augen bekam. Sie dachte halt, es ist grade mal knietief oder etwas mehr. Sie nahm es mit Humor und wir stürzten uns ebenfalls in die pisswarmen Fluten.

Die Zossen gaben uns Wasser und Kekse und Durians! Lecker nach dem mageren Frühstück. Es war immerhin schon mindestens 15 Uhr.

Sie wollten den Berg bezwingen und schafften es auch nicht. Vorher groß rumposaunen: "We will make it, nothing can frighten us!" das haben wir gerne.

Der Aufstieg ist aber auch echt Scheiße. Oben wird das Gestein stellenweise so heiß, daß man es nicht mehr anfassen kann. Und der Berg besteht nur aus Faustgroßen Steinen, die bei jedem Schritt rutschen wie doof. Kein Wunder, bei 100% Steigung. Ab und zu lagen auch noch größere Brocken rum, so 1m x 1m. Weiter unten sah man die Brocken liegen, und jeweils ein paar Meter oberhalb sah man den dazugehörigen Aufschlagkrater im Boden. Der letzte Ausbruch war 1993 glaube ich.

Skizze von Anak Krakatau
Was interessiert mich der Vulkan. Mir entging das Abenteuer: Gestrandet auf einer einsamen Karibikinsel. Ich war echt enttäuscht. Ich war einfach nur super gespannt, wie die Männer es angestellt hätten, von wegen kleine Hütte aus Bananenblättern, trinken von Kokosnußmilch und gebratenen Fisch, frisch aus dem Meer essen.

Naja, statt dessen saßen wir wieder in Krakatau und ließen uns von den Franzosen durchfüttern; begutachteten unseren Sonnenbrand, der bei allen nicht übel ausfiel.

Zu allem Überdruß hatte ich auch noch Jannetjes Hut verloren und deswegen immer noch ein schlechtes Gewissen, obwohl sie mich mit: "hat nur 5000 Rp gekostet", "läßt sich eh beschissen transportieren", "kriegt man eh überall zu kaufen" beruhigte.

Ich glaube, die Männer hätten nix auf die Reihe gekriegt, auf der Insel.

Skizze vom Franzosenboot
Die Rückfahrt dauerte bis 2-3 Stunden nach Sonnenuntergang und war echt rasant. Der Wellengang war zuerst echt heftig und man wurde ziemlich naß und die Schiffer gaben richtig Gas. Als es dunkel wurde, sahen wir, daß sie kein Licht an Bord hatten, aber uns konnte nix mehr schocken. In Canti wurden wir abgeholt, blieben noch eine Nacht und fuhren am Montag den 6.4.(?) weiter nach Pangandaran.

Das einzige, was auf der Krakatau-Tour klappte, war, daß wir von den Hotelleuten abgeholt wurden. Mensch war ich überrascht, einen Typen vom Hotel zu sehn. Wir waren vorher noch am bangen, daß wir Abends nicht zurück zum Hotel kommen.

Fahrt vom 6.4. - 7.4.:
Von Bis
Womit
Rp pro Person
Kalianda -> Busstation
11.00 - 11.10
Motorroller
1000
Busstation -> Bakauheni
11.15 - 12.00
Bus
2000
Bakauheni -> Merak
12.25 - 13.30
Fähre
6100
Merak -> Banjar
14.30 - 3.30 !!
Bus
15000 !!
Banjar -> Pangandaran
3.50 - 5.10
Bemo
6000 statt 4000
Pangandaran -> Losmen Vindy
5.15 - 5.30
Becak
5000 statt 2000


Samstag, 4. April 1998

Krakatau - der Beginn vom Ende?



Da wir schon so viel Spaß zusammen auf der Wasserfalltour hatten, sind wir mit den Holländerinnen auf die Krakatau-Tour gegangen. 12 Uhr gings los. Total zusammengequetscht saßen wir unter Deck eines Bootes mit Tausenden von Indonesiern. Es war eng, heiß und ich mußte mich "unterhalten", wieviel "schöner" weiße Haut ist.

Auf der Insel, auf der wir übernachten sollten herrschte das Mega-Chaos! "Enjoy fresh Coconut water in peaceful village" We enjoyed hot tea next to a generator. Abends gingen wir noch schwimmen, natürlich ließen unsere Indonesischen Guards uns nie aus den Augen. Unsere Zelte waren eigentlich eine Basthütte. Das Klo war zuschauerfreundlich und stank bis zum Himmel. Wohin auch sonst, es war ja nicht überdacht. Die Nacht war warm, laut; der Boden war hart, der Schlaf beschissen.

Der Generator lief bis spät in die Nacht.

Freitag, 3. April 1998

Angriff der Killer-Insekten



Gestern haben wir mit den beiden Trusen aus Holland Karten gespielt. Die Indonesier, die vor der Glotze saßen, machten große Augen, als wir das Übliche auftischten: Bier, Kippen und Karten. Frauen, die saufen und rauchen, so etwas kann und darf es hier nicht geben! Heute wollen wir dann endlich mal was machen, was sich für echte Touris gehört - wandern und besichtigen! Weiter als kurze Spaziergänge durchs Dorf haben wir es nie gebracht. Diese Dorfspaziergänge sind der übliche Horror. Gestern Abend waren wir plötzlich von 20 Kindern umringt, die sich nicht abschütteln ließen. Das einzige, was uns übrigblieb, war stehenzubleiben, lächeln und einige Fragen beantworten. Der reinste Horror, wenn man die Sprache nicht beherrscht!

Nachdem wir zwei Tage mehr oder weniger nur rumgegammelt haben, wollten wir unbedingt was machen. Dachten wir uns gehen' wir mal zum 150m Wasserfall. Den ganzen Morgen hat es geregnet, also machten wir uns nach einigen Kartenspielen und nachdem wir uns eine Regenjacke gekauft haben, gegen 13 Uhr auf den Weg mit den beiden Holländerinnen (Jannetje, Joanna). Der kleine Junge vom Hotel wurde aus unerfindlichen Gründen mitgeschickt. Das Abenteuer begann als wir aus dem Bemo ausstiegen und plötzlich von 7 Jungen umringt waren, die uns alle zum Wasserfall bringen wollten. Wir versuchten sie loszuwerden. Keine Chance, trotz des rasanten Tempos, welches wir Berghoch vorlegten. Irgendwann sahen wir dann plötzlich ein, daß wir Führer brauchten, weil es querfeldein auf unerfindliche Wegen durch den Dschungel ging. Unser Führer (die Führer) verliefen sich, fanden den Weg zum Wasserfall nicht. Also ging es wieder zurück. Dann kam eine Kletterpartie den Fluß berghoch von Stein zu Stein springend. Irgendwann hatten wir alle nasse Füße. Ich muß damit angeben, daß ich meinen rechten Schuh vor der Nässe bewahrte. Der Wasserfall war schön, obwohl ich nicht behaupten kann, daß er 150m hoch war. Wir gingen alle bis auf Jan im Becken vor dem Wasserfall schwimmen. Die Jungs trauten sich auch bald zu uns und so planschten wir alle zusammen im Wasser. Als wir uns wider umzogen, haben die Jungens einen Respektabstand von 10m gehalten, aber geglotzt haben sie, als wäre ich die erste Frau die sie nackt gesehen haben. War wohl auch so, so verklemmt, wie sie alle hier erzogen werden. Auf dem Weg zurück kam für mich der riesen-Horror. Ungeschickterweise stieß ich gegen ein Nest der Monsterbestien von Ungeziefer. Ich habe sie nicht gesehen, aber um so besser gespürt, wie drei mich gleichzeitig in den Arm stachen. Sie hatten monstergroße Stacheln, die sehr heftige Schmerzen hervorriefen. Ich war jedenfalls total in Panik. Köm wurde auch noch von einer attackiert. Die Wunden fingen gleich an zu bluten wie Hulle.

Es war schon ziemlich spät, und alle hatten Angst im dunkeln durch den Dschungel zu schleichen, einfach schon, weil wir den Weg zurück nicht genau kannten. Wir schafften es dann doch noch pünktlich an der Straße zurück zu sein. Ein Bus kam und die Leute darin behaupteten doch tatsächlich, es gibt kein öffentliches Bemo zurück. Sie wollten 12000 Rp haben, für eine Fahrt die eigentlich 5000 Rp kostet. Als wir am verhandeln waren, kam ganz rein zufällig ein Bemo vorbei, das uns nach Hause brachte. Den Abend beschlossen wir mit Bier und Kartenspielen.

Donnerstag, 2. April 1998

indonesischer Luxus



Umgezogen in Zimmer mit 2 Doppelbetten! 15000 Rp!

Haben 1 Engländer, zwei Niederländer getroffen und hängen hier schon den ganzen Morgen und tauschen Informationen aus. Glaube Jawa müssen wir unbedingt sehen, die beiden waren echt begeistert. Dieses Hotel ist super nett. Hab' es heute sogar geschafft zweimal Frühstück zu bekommen. Der Traum vom relaxen am Meer ist geplatzt, als wir die Küste sahen. Super dreckig und der Weg dorthin führt durch die Armengegenden von Kalianda.

Mittwoch, 1. April 1998

reich nach Süden



Die Moschee hat alles bisher dagewesene und alles was kommen wird um Längen geschlagen! Außerdem gab es ca. 5-10 Moscheen-Raps gleichzeitig! Dieser muslimische Singsang kann uns aber nix mehr anhaben, wir sind langsam immun dagegen. In meinen Ohren hat sich ein neuer Muskel gebildet - ich nenne ihn Musculus Asiatus - welcher das Schließen des Ohres ermöglicht, und zwar ohne weiteren Körpereinsatz. Jeder Indonesier besitzt ihn von Geburt an.

Nach 100 Banken und dem 1. Test meiner Master-Card haben wir plötzlich 900.000 Rp auf Naht; jeder Indonesier würde für diese Unmenge an gesetzlichen Zahlungsmitteln ohne nachzudenken seine Mutter erschlagen. Oder wenigstens die seines Nachbarn. Der, der ihm sowieso schon immer auf den Geist geht, weil seine Mutter mit ihrer Hetzerei die ganze Straße gegen ihn aufbringt. Jedenfalls würde er sie verbal attackieren, auf schlimmste Weise. Oder er würde sich die Worte zurechtlegen...

Nach einer nervigen Abwimmelaktion von einem Guide, der uns Lampung zeigen wollte, ging es für 2000 pro Person nach Kalianda. Die Dorfjugendlichen kutschierten uns für weitere 1000 pP zum Beringin Hotel. Witziges Zimmer für 5000, weil alles andere voll war. Früher war es wohl der Pferdestall oder so. Man kennt ja diese Doppeltüren.

Dienstag, 31. März 1998

kein Geld in Bandar Lampung



Wir sind gleich nach Bandar Lampung gefahren. Kein Bus fährt nach Krui, angeblich. Gestern los um 14.00 Uhr und 17 Stunden Fahrt ohne Beinfreiheit! Irgendwie haben wir´s geschafft. Wir wollten nur kurz zur Bank und gleich nach Kalianda. Ein Satz mit X. Alle Banken haben zu, wegen irgendeinem Crash! Also (hoffentlich nur) eine Nacht in Bandar Lampung. Oberhitze hier, und es ist erst 9 Uhr früh!

Hotel + Stuhlgang ok. Silke liegt schon waagerecht, denn der Sitzabstand im Bus entsprach mal wieder exakt ihrer Oberschenkellänge.

Bin gespannt, wie laut die Moschee heute Nacht wird, ist genau nebenan...

Sonntag, 29. März 1998

Pleite in Bengkulu



Nun haben wir absolut keine Kohle mehr. Wir haben uns für die 3.000 Rp, die wir zum Glück bei der Bemofahrt gespart haben, Bananen, unser Mittagessen, gekauft. Nun sitzen wir hier ausgehungert, total verschwitzt und kein Bock mehr auf die City, weil uns überall ein "Hallo Mister" entgegenschallt. Was sollen wir bloß tun? Buhuh, zum Glück haben wir noch Kippen und die Gewißheit – hoffentlich – morgen Geld zu bekommen und dann: NICHTS WIE WEG HIER!!!!

Die Tischdecke schmeckte prima! Wenn ich für jedes "Hallo Mister" 10 Rp kriegen würde, könnte ich hier jeden satt kriegen. Aber so ist es nicht.

Mittwoch, 25. März 1998

die Hölle riecht nach Schwefel




Irgendwann gegen Mittag verließen wir die Subandis. Obwohl wir nur 5 Tage dort waren, fiel mir der Abschied schwer. Ich fühlte mich so zu Hause dort.

Bewundernswert war mal wieder das System des öffentlichen Verkehrs. Wir saßen ca. 5 Min. auf Subandis Veranda, da kam schon der Bus und wartete darauf, daß wir uns verabschieden. In Sungai Penuh fing dann der Streß an. Der Bus nach Bengkulu war schon weg, der nächste fuhr erst morgen. Köm kam auf die Superidee nach Tapan zu fahren, alles war besser, als noch eine Nacht in Sungai Penuh zu bleiben. Irgendwann so gegen 19 Uhr wurden wir in Tapan rausgeschmissen. Die Leute dort versprachen uns, noch einen Bus nach Bengkulu. Wir genehmigten uns ein Bier und wollten in Ruhe die Stunde warten, als plötzlich die Leute im Lokal aufsprangen und riefen, der Bus sei da. Köm kippte sein Bier in sich rein, ich versuchte unser Bier zu bezahlen, während Köm hinter dem Typ herrannte, der unseren 20.000 Rp-Schein hatte. Alles lief irgendwie glatt und wir saßen in einem total ramponierten Bus, der mit Kokosnüssen und sonstigem Kram vollgepackt war. Wir quetschten uns auf einen Zweiersitz auf dem einer noch nicht mal genug Platz hatte und versuchten bei dem ganzen Geschaukel mit möglichst wenigen blauen Flecken davonzukommen. Köm der Anfangs behauptete, er könne in Bussen nicht schlafen, hat selbst auf der übelsten Strecke, wo schon alle hartgesottenen Indonesier aufwachten, geschlafen wie ein Baby.

Ich konnte nur deshalb so gut pennen, weil ich immer 20cm über dem Sitz schwebte, durch die kilometertiefen Schlaglöcher. Als wir dann anhielten, bin ich aufgewacht. Völlig verschwitzt wie immer und nölig wie immer. Irgendwie ging die Fahrt rum. Am besten war die Musik im Bus. Boxen nur hinten, also voll aufgerissen, damit der Fahrer auch was mitkriegt. Erst hat mich der Indo-Pop genervt, aber nach der Zeit fand ichs gut und wollte den Bandnamen rauskriegen. Auf die Frage: "Anda tahu nama di musik?" kam die treffende Antwort: "Ja, das heißt Musik!" Toll. Aber als sie dann wußten, was ich wollte, wußten sie´s nicht. Den Namen. Der Musik. Schade.

Morgens ging die Sonne auf, wie überall in diesem seltsamen Land. Köm saß neben dem Fahrer und war nur noch müde. In Bengkulu angekommen sollten wir dann eine Stunde auf den Bus nach Curup warten. Wir setzten uns zum warten hin. Endlich sitzen... Meine Hose berührte grade den Stuhl und mein Arsch hing noch in der Luft, da kam auch schon der Minibus. Kostenlose Stadtrundfahrt, um noch Leute aufzusammeln und dann wieder in die Berge. Die Reisfelder sahen im Morgenlicht total genial aus. Silke razzte gleich wieder ein und fiel gegen mich, um mich vom Sitz zu stoßen. In Curup haben wir uns die letzte Absteige (Gitterfenster in der Decke, durch die einem bestimmt die Hühner ins Bett scheißen) angeguckt. Sriwijaya. Das erste Haus am Platze.

Nach kurzer Suche sind wir auf´s Diora Gite gestoßen. 15.000 weil wir zu platt zum handeln waren.

MERKE:
Asch-hadu-Allah. Illah ha illawa. Wa-asch ha du an-na. Muham-mad da ro sulullah.
Kein Gott außer Allah. Und Mohammed is leader in the world.

Kontaktlinsen sind hier völlig unbekannt! Die Leute im Bus nach Bengkulu und der Typ (Abdoel), den wir in Curup noch kennengelernt haben, waren völlig erstaunt, als ich meine Linsen rausnahm.

Abdoel kam auf uns zu, schleppte uns mit nach sich in die Butze am Markt rein. Er gab uns Pisang goreng (Banane gebraten) und erzählte uns seine Lebensgeschichte. Angeblich lernt er erst seit 3 Monaten englisch, aber er ist echt gut. Aber 1994 hat er von 2 Deutschen eine Zeitschrift (National Geographic) geschickt gekriegt. Auf dem Brief stand: "To practise your English" Vielleicht meint er ja doch 3 Jahre... Naja, er dirigierte uns durch die halbe Stadt, und alle seine Verwandten wollten uns mit Essen vollstopfen. Abends landeten wir dann in unserem Hotel und er erzählte uns, daß die Muslimreligion doch das einzig Wahre ist. Ab da wurde es schon ziemlich nervig mit ihm, aber vorher war´s ganz nett. Wir versuchten ihm klarzumachen, daß alle Religionen von sich behaupten, das Größte zu sein. Er kapierte nicht was wir wollten.


Skizze der Treppe in die Wolken
Morgens am gleichen Tag sind wir früh aufgestanden um uns den Bukit Kaba Vulkan raufzuquälen. Nach diversen Bemos, Lastwagen und Fußkilometern hatten wir's geschafft, die Baustelle Bukit-Kaba-Touri-Aussichtspunkt zu erreichen. Alles war voll von Wolken. Die Treppe zum Gipfel bzw. Kraterrand sah ungefähr so aus:

So stellt man es sich doch vor, wenn man in den Himmel kommt. Nur, daß oben keine Bauarbeiter sind, die grade eine neue Brüstung aus Beton bauen, damit man nicht in die brodelnde Lava oder das Feuer der Hölle fällt.

Leider ließ sich das Fegefeuer nicht sehen. Ich probierte es mit umrunden des Kraterrandes. Aber durch die Sichtweite von ca. 20-30m konnte ich nicht wissen, wie lange es dauert. Nach ca. 15-20 Minuten hörte ich die Arbeiter immer noch sehr nah und kehrte um. Die Arbeiter gefragt, kam heraus, ca. 2km sind´s drumherum. Waktu karet hin und jalan karet her, es ist zu weit, bei der Strecke. Nix gesehen, außer den senkrechten Rand in Land ohne Wiederkehr. Bei Wolken-Windstärke 100 direkt am Abgrund zu stehen, ist schon den Aufstieg wert. Außerdem habe ich diese völlig verbrannten Bäume drum herum gesehen, die den letzen Vulkanausbruch als Gerippe überlebt haben. Und nach Schwefel hat´s gestunken wie nur was. Oder man hat für die Touris faule Eier an strategisch wichtigen Plätzen deponiert. Wer weiß es? Wer weiß es? Buler? 42!

Am Freitag (27.3.?) mußten wir nach Bengkulu, weil kein Geld mehr. Der Minibus-Fahrer war eine lahme Sau und am Busterminal wollten sie uns 3 x 3.000 (3 x 60 Pfennig) abknöpfen, weil unsere Rucksäcke ja einen Sitzplatz mehr belegten. Um 60 Pfennig zu sparen, hatten wir also unsere Rucksäcke auf den Knien. Die Fahrt war lang und scheiße. Nach 3½ Wochen weiß man, was 3.000 Rp Wert sind in Indonesien.

Wir ließen uns dann vom nächsten bemo zum Ragil Kuning bringen, wo wir leider bis Montag bleiben müssen, weil am Samstag und Sonntag keine Wechselkurse bekannt sind, und wir keine Kohle kriegen. Aber das Ragil Kuning Homestay ist echt sauber und schön. Würde ich sogar meiner Mutter zumuten, und das heißt schon was, hier in Indonesien. Und das für 25.000 (4,95 DM) pro Nacht mit Frühstück und Tea time!

Der Hausherr ist echt nett, aber voll der Pascha. Behandelt seine Angestellten echt von oben herab.
Wir schwitzen uns grade zu Tode. Draußen brennt die Luft.

Dienstag, 24. März 1998

unsichtbare Monster?



Wir haben grade mit Mr Subandi Nachrichten geglotzt. Ein Bericht über Öko-Bauern in Ami-Land kam. Und immer wenn riesen Mengen von Fressalien auf dem Bildschirm auftauchten, konnte man ein "Uh", eins von diesen Erstaunen ausdrückenden "Uh"s, von ihm hören. Die kennen hier original nur kleine Bananen, winzige Früchte und so. Noch halbwegs normal gewachsen. Und "Denaim 45" oder so aus Deutschland wird hier gespritzt. Ist bei uns bestimmt verboten.

Der Fotoapparat ist kaputt! Silkes Kommentar: "Egal, wir haben doch schon genug Fotos gemacht."

Der Tscheche ist gestern auf den Gunung Kerinci geklettert (ohne Guide). Gestern war bestes Kletter-Wetter. Aber heute morgen regnet es nur. Normalerweise geht man am ersten Tag bis Selter (sprich: "Schelter") zwei (6-8 Std.) und am zweiten dann den Rest am Morgen (ca. 2 Std.) um die Morgensonne und den wolkenlosen Himmel zu genießen. Aber heute? Bei Regen rauf und im Schlamm runterschlittern. Ich bin mal gespannt, ob wir den Tschechen jemals wiedersehen. Nachdem der Regen aufhörte, wollten wir einen winzigen Spaziergang machen. Es kamen ca. 5 Stunden bei raus. Wir sind sogar zu Mt. Kerinci gegangen, blieben jedoch nur am Fuße des Vulkans. Der Urwald dort hat uns schon gereicht. Es war düster und wir hörten viele unheimliche Geräusche. Bei Selter eins hörten wir ein großes Tier. Köms Kommentar lautete: "Das eine ist ein Affe, und das andere hat Grunz gemacht", dann haben wir uns schleunigst auf den Heimweg gemacht. Ich hatte total Schiß, doch mußte ich so lachen, wie lächerlich wir beide waren, vor dem großen Unbekannten wegzurennen. Ich glaube, ich habe zuviel Fernsehen geguckt und hatte deshalb schiß vor King Kong.

Aber es war wirklich nah!

Auf dem Hinweg nach Selter eins ist Silke vorne gegangen. Auf der Flucht vor dem Urvieh aus dem Dschungel war ich dann plötzlich vorne...

Montag, 23. März 1998

Mofa Kamikaze




ein indischer Gajah

Gestern waren wir ein bißchen wandern. Naja "wandern", eher klettern. Die Indonesier bauen einen Wanderweg nicht wie wir deutschen um den Berg herum, sondern wählen den direkten Weg. Unser Gastgeber meinte, es wäre ein guter Wanderweg, einfach. Ich will wirklich nicht die schlechten sehen! Köm und ich waren Bergauf ganz schön am prusten. Ich dachte, ich würde nie diesen Berg hochkommen. Doch nach zwei ½ Stunden waren wir doch oben. Nun kann ich sagen, ich war im höchsten Süßwassersee in Süd-Ost-Asien schwimmen. Dieser Kratersee war beängstigend, weil er so tief war, doch die Schlange von Loch Ness hat mich diesmal noch verschont. Vom See ging ein Wasserfall ab. Es war schon das pure Abenteuer, an einem vibrierenden Baumstamm gelehnt, in 20m Tiefe das rasende Wasser zu sehen. Köm, der Verrückte, mußte über den Baumstamm, der direkt über dem Wasserfall lag, auf die andere Seite klettern. Am See trafen wir noch einen Tschechen, der genauso wie wir erstaunt war, noch weitere Touris zu treffen. Gestern hat mich total geplättet.

Heute haben wir uns ein Moped ausgeliehen. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich so ein Ding unter mir. Fahren in Indonesien ist so easy. Regeln gibt es so gut wie keine, das Einzige, was man braucht, ist eine Hupe, und man muß daran denken links zu fahren.

Tiefer Dschungel
Wir beide wurden richtige Kamikazefahrer, zum Glück fuhr die Maschine nicht all zu schnell. Die Straßen sind der wahre Wahnsinn. Superenge Kurven, plötzlich auftauchende Schlaglöcher, Ochsen, Hunde, Hühner, Enten, die Dir den Weg versperren und total verrückte Indonesier, die fahren, als wäre der Teufel hinter ihnen hinterher. Naja, wir haben dann noch so einige paar nette Sachen, wie 45m Wasserfall und brodelnde Quelle gesehen.

Nun sitze ich mal wieder bei Subandis im Wohnzimmer vor der Flimmerkiste und ziehe mir diesen seltsamen Kram rein, der im Fernsehen läuft. Die Kinder toben herum, Muttern träumt und Vatern sitzt fasziniert vor der Glotze und guckt sich Bären in Kanada an. Der Ton ist total fertig, genauso das Bild, aber das stört den hartgesottenen Indonesier kaum.

Oh, ich habe heute noch das große Abenteuer vergessen aufzuschreiben. Wir haben in einem winzigen Dorf halt gemacht um etwas zu trinken. Alles war ruhig, als wir kamen. Doch sobald wir vor dem Laden saßen und tranken, scharrten sich ca. 30 Leute um uns und starrten uns an. Es hat nur noch gefehlt, daß sie uns in einen Käfig gesperrt hätten und Eintritt genommen hätten. Äußerst unangenehme Situation. Tapfer haben wir eine viertel Stunde durchgehalten und eine von diesen süßen Zigaretten geraucht. An diesen Zigaretten raucht man Ewigkeiten...

Freitag, 20. März 1998

in die Berge



Mittwoch waren wir noch mal auf dem Pasar in Padang. Den Rest der Zeit haben wir nur noch abgeschlafft.

Gestern abend hat Jack endlich seine Gitarrenkenntnisse zur Schau gestellt. Der Mann hat den Blues! 
Und er ist Geschäftsmann! Wollte gleich mit mir Sarongs in Deutschland verkaufen...

Wir sitzen jetzt im Bus nach Sungai Penuh ("der volle Fluß"). Kami duduk dari bis ke Sungai Penuh. Langsam kriege ich ganze Sätze hingestottert und es ist annähernd möglich, die Standardkonversation in Bahasa Indonesia zu führen. Wir haben keine Ahnung, wann wir in Sungai Penuh ankommen, aber Jack hat was von 10 Stunden erzählt. Abwarten. Wir wollen eigentlich nach Kersik Tuo, aber wissen es noch nicht so genau. Kersik Tuo dekat (nah) Sungai Penuh.

Sungai Penuh liegt im Kerinci Nationalpark. Elefanten, Bären(?), Nashörner, Treks usw. Die Landschaft unterwegs ist mal wieder der Hammer!

Wir sind in Kersik Tuo geblieben und wohnen jetzt im Subandi Homestay. Kersik Tuo ist ein winziger Ort (soweit ich es jetzt im Dunkeln ausmachen kann), mitten im Dschungel in den Bergen. Der Homestay ist total romantisch. Die Leute starren jedoch einen schon wieder an. Heute sind noch Engländer (ein Kamerateam) hier. Spannend!

Dienstag, 17. März 1998

Schnorcheln im heimischen Aquarium




Tja, bei Uncle Jack wird man träge. Zu träge für alles! Heute waren wir schnorcheln. Fazit: wunderschöner Sonnenbrand auf den Waden, und das Wissen, daß die bunten Fische in den deutschen Aquarien wirklich existieren und wunderbar schmecken. Besonders lecker sind diese riesigen blau schillernden Fische!

Mehr hatten wir gestern auf dem Markt in Padang erlebt. Noch immer ist es ein riesen Abenteuer und Spaß durch die engen Gassen zu schlendern und zwischen dem Ramsch geniale Schnäppchen zu finden. Mir macht das Feilschen wahnsinns Spaß und selbst Köm hat jetzt den Dreh endlich raus. Wir haben jedenfalls beide Großeinkauf gemacht. Zu träge zum Schreiben.


ein klassisches Fischerboot
wie aus dem Katalog
eins der 1000 Fotos mit Indonesiern

Sonntag, 15. März 1998

chill out




mit Affe und seinem uralten Herrchen

Nach dem Baden im puttwarmen Indischen Ozean, einer kühlen Dusche und einem Frühstück, sitzen wir vor unserem Zimmer, die Sonne ballert schon um 9 Uhr morgens und warten auf den Typen, der uns zu den Affen bringt, die die Kokosnüsse vom Baum holen.
Köm lernt brav Indonesisch, ich versuche gerade meinen Klamotten einen Hauch von Sauberkeit zu vermitteln.

5,- x 365 Tage = 1825,- x 50 Jahre = 91.250,- = Ich bleibe für immer hier!

Soviel Kohle hast Du nicht, Köm! Obwohl vielleicht wirst Du dann der Kultman Nr. 1 und bekommst Geld dafür, daß man mit Dir ein Foto machen darf.

Samstag, 14. März 1998

ab ins Paradies




die Flußmündung in Padang
Selbst der größte Lärm kriegte uns heute nicht aus dem Bett. Die Hähne krähten, die Kinder tobten vor unserer Tür, die Mütter zeterten und wir, wir schliefen! Man gewöhnt sich halt an alles. Naja, wir haben gepackt und wollen heute weiter zu Uncle Jacks Homestay, einfach nur eine Weile am Strand rumgammeln. Hoffentlich ist es dort schön.

Als wir beim Frühstücken in einem Café, wo Schüler das Servieren lernen, saßen, trafen wir Abang wieder. Den Abend zuvor saßen wir im Sate Laweh, und er als Besitzer hat sich mit uns unterhalten. Abang nahm uns in seinem Auto mit, zu einem wunderschönen Hotel. Die Frau des Besitzers ist eine Deutsche, doch kamen wir mit ihr nicht ins Gespräch. Der Besitzer hat uns ein bißchen was erzählt, was man in Padang machen kann, doch wir sind nicht darauf eingegangen, weil wir zu Uncle Jack wollten. Als wir aus dem Tiga-Tiga ausgecheckt hatten, trafen wir zufällig den Amerikaner wieder, der auch im Chikita gewohnt hatte. Die halbe Stunde, die wir auf der Straße standen in der prallen Sonne hat mir einen wunderschönen Sonnenbrand mit Bläschen beschert.

Dann kam die abenteuerliche Fahrt mit dem Bemo. Es war eigentlich schon voll, als wir dazustiegen. Irgendwie quetschten wir uns noch rein. Es saßen ca. 6 Frauen und 3 Männer in dem Minibus.
wohnen unter Palmen bei Uncle Jack

Es ging lustig zugange. Sie sprachen mit uns und lachten. Leider habe ich gar nichts verstanden. Das nennt sich Handicap Sprache. Später stiegen noch zwei Männer zu, der eine hing mehr draußen als drinnen. Eine halbe Stunde dauerte die Fahrt, raus aus der Stadt, mitten ins Land. Als wir hier ankamen, glaubten wir, wir hätten gerade das Paradies betreten. Zu unserem Zimmer gehört Frühstück, Mittagessen und Abendbrot dazu. Wir bezahlen jeder 5 DM, um uns von hinten bis vorne bedienen zu lassen. Das Meer liegt keine 50m von unserem Zimmer entfernt. Rinder, Katzen, Hunde, Ziegen und Hühner streunen um uns herum. Schatten spenden die Palmen, die hier überall herumstehen.

Wir haben ein eigenes Klo, daß nur leider nicht überdacht ist. Abends regnete es in einer Tour. Wer hat schon mal im strömenden Regen geschissen. Köm hat gleich den zweiten Härtefall Dunkelheit mit dazugenommen. Hier habe ich das Gefühl, mich nur hängen lassen zu können.

Freitag, 13. März 1998

einmal Röntgen bitte



Wer kennt die Zeichentrickfilme, bei denen der Hahn morgens schreit und plop steht die Sonne am Himmel. Genau so ist es hier. Der Hahn kräht und kräht, Hunde fangen an zu bellen, Babys plärren und die Menschen stehen auf. Vor 6 Uhr hört man die ersten Stimmen, um 6 Uhr 30 ist es fast hell und draußen herrscht schon das Megachaos. Nur Köm kommt dem ganzen Streß nicht hinterher.


Skizze vom Unfall vorm Tiga-Tiga
Auch hierher verfolgt uns die Vorstellung, daß Freitag der 13. Pech bringt. Wir kamen gegen mittag vom Markt und stiegen aus dem Bemo. Silke wollte rüber zum Hotel, und ein weiterer Bemo-Bus rammte sie und fuhr ihr über den Fuß! Sie machte sich lang und der Fahrer sah echt verärgert aus, kein Plan weshalb. Scheiß Linksverkehr. Ihr rechter Ellenbogen fing den Stoß des Bemos ab. Ein Schritt weiter und das Teil hätte sie voll erwischt! War ziemlich schnell. Silke hatte Schiß, daß was gebrochen ist (ich auch) und wir fuhren per Taksi (3.000 Rp) ins Rumah-Sakit-Jos-Irgendwas in die Notaufnahme. Nach je 2 X-Rays von Fuß und Ellenbogen, stellte sich raus, daß nix gebrochen war.

Die seltsamen Medikamente will Sie nicht nehmen. Naja, muß sie selbst wissen. Die Preise waren mal wieder der Hit: 10.000 für Einchecken, 55.000(!) fürs Röntgen, 47.100 für die Medikamente. Macht also ca. 25-30 DM!

Zum Markt: größer, durchgedrehter und besser in der Auswahl denn je. Am meisten rätsele ich über das Zeug in der Gewürz-Sektion des Marktes, welches aussah, wie große Würfel schwarzen, glänzenden Plastiks. Ein perfektes, tiefstes schwarz und die Blöcke groß wie dicke Taschenbücher mit perfekten 90° Kanten. Seltsam. Angeblich soll dieses Zeug Zucker sein.

Das Krankenhaus war ein Abenteuer für sich. Als ich auf dem Röntgentisch lag, hörte ich die Krankenschwestern "giggeln". Sie versuchten meinen Namen auszusprechen, und ich hörte immer wieder die Erklärung, daß ich Deutsche sei. Tja, zu mehr reichten meine Sprachkenntnisse nicht. Mal sehen, wie ich das Ganze überstehe. Beim Röntgen haben sie mir noch nicht mal eine Bleischürze umgebunden. Wie soll ich da den Medikamenten vertrauen.